Blog

Das alltägliche Leadership

Wie meisterst Du Deinen Alltag?

Ich erinnere mich an eine Situation, Jahre her. Eine Telefonkonferenz, ja, so hieß das damals. Es war eine Projektabstimmung. Etwas war im Projekt nicht ganz nach Plan gelaufen. Ein Teilnehmer stellte mir Fragen über Fragen zu diesem Punkt: was, warum und überhaupt. Sehr problemorientiert und klar außerhalb seines Verantwortungsbereichs. Auch mit Anschuldigungen. Er ließ nicht locker.

Woran ich mich aber sehr wohl erinnere ist, dass
– ich versuchte höflich zu bleiben.
– ich versuchte mit Humor das Gesprächsklima zu beeinflussen, was ihn aber nur noch mehr anfeuerte.
– ich alle Kraft zusammennahm, um die starke und “nette” Fassade zu wahren.
– ich innerlich verzweifelte.
– ich langsam eine Wut auf die anderen Teilnehmerinnen bekam, weil sie nur zuhörten und nicht einschritten.
– ich mich währenddessen sogar mit Notfallstropfen versorgte.
– die Tränen flossen, sobald er sich ausloggte und ich dann Zuspruch der anderen Teilnehmerinnen bekam.

Verbiegen, verstecken und verstellen.

Wie hättest Du reagiert?

Ich war klar im Opfer. Ich hatte nie gelernt für mich einzustehen.

 

Leadership heißt für mich

  • bei sich selbst anzukommen. Bei diesem zeitlosen Selbst, wo ich frei bin von Urteilen und Erwartungen.
  • sich selbst Raum erlauben. Sein. Offenheit. Transparenz. Sichtbarkeit.
  • sich selbst wertschätzen. Für sich selbst einstehen. Für die eigenen Werte.
  • und das Ganze, um auch dem Gegenüber auf dieselbe Art und Weise begegnen zu können.
  • sich selbst und anderen Raum zum Wachsen und Entwickeln zu geben und zu inspirieren.

Wie würde ich heute reagieren, fast 10 Jahre später?

  • Ich vereinbare immer Regeln des Miteinanders, zu denen auch Lösungsorientierung gehört. Ich würde mein Gegenüber darauf hinweisen, dass wir uns davon gerade entfernen.
  • Ich würde bewusst wahrnehmen, wann eine Grenze überschritten ist. Wie? Durch meine Gefühle. Wenn es sich nicht mehr stimmig anfühlt.
  • Ich würde diese Unstimmigkeit mit Worten ausdrücken. Und nicht versuchen, die Situation mit Humor zu überdecken.
  • Ich würde den Fragen-Strom unterbrechen und nachfragen, worum es ihm wirklich geht. Ich würde paraphrasieren und versuchen seine Bedürfnisse zu hören.
  • Ich würde die anderen Teilnehmerinnen aktiv einbinden, indem ich sie frage, wie es ihnen gerade damit geht.

Mit all diesen Schritten, gehe ich in den Lead. Ich spreche an, was gerade Thema ist. DAS Ansprechen, was sich wahrscheinlich viele eh schon lange denken. Ich stehe für mich, für meine Ressourcen (Zeit, Kraft, Kompetenzen,…) ein.

Das ist für mich Leadership. Was ist es für Dich? 

 

Wo und wie könntest Du diese Woche mehr in Dein Leadership kommen? 

Melde Dich sehr gerne bei Fragen bei mir! Ich lade Dich auch sehr gerne zu einem kostenfreien Perspektiven-Gespräch ein.

(C) by Projektmanagement Hohenegger